I n t e r n a t   a m  R o t h a a r s t e i g

Das ist der neue Name des alten, am 1.10.1965 aus Todtmoos emigrierten Internat am Drübel ~ Jungborn-Internat.
Bis in das Jahr 2014 betrieb das Internat die Familie des Gastwirtes Wilhelm Korte, dessen Tochter Dagmar Korte es später übernahm. Derzeitiger Betreiber ist die Diakonische Stiftung Ummeln.
Zur Einrichtung gehört die Hans-Zulliger-Förderschule.

Diese Webseite dient dazu, interessierte Besucher auf die bis heute unvollständige „Erneuerung“ der Einrichtung aufmerksam zu machen.




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Der Historie und dem Erhalt zuliebe (denn mit diesem Text haben wir große Aufmerksamkeit erzielt) nun auch hier mein Titeltext, wie ich ihn für die erste noch gemeinsam betriebene Webseite ‚Jungborn-Internat’ verfasst habe. Den Einleitungstext ‚Staatl. Unerkannte Einrichtung der Prügelstrafe……’ hatte ich auf den alten Originaltext der Webseite Internat am Drübel persifliert, der im Original ‚staatlich anerkannte Einrichtung der stationären Jugendhilfe’ hiess. Weiter ging es: ‚Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und geistige Entwicklung. Schule in freier Trägerschaft im Bereich der Sekundarstufe I’.

Der Titel ‚Prügel am Drübel’ drängte sich mir damals förmlich auf - weil Erinnerung und Drübel sich so hübsch reimte. Zwar ist der Text nun nicht mehr ganz aktuell, aber ich lasse ihn mal so im Original, weil er im Internet gut verlinkt ist.


                                                                                            
Prügel am Drübel

Staatl. unerkannte Einrichtung der Prügelstrafe Jungborn Internat Brilon Verwahranstalt
für männliche Kinder und Jugendliche der Jahrgänge 1960-2002 mit Förderschwerpunkt
Hintern Rücken und Wange und dem pädagogischen Konzept
„Willensbrechung Unterwerfung und Gehorsam“.


Unter Zuhilfenahme pädagogischer Hilfsmittel wie Gürtel Handbesen Kleiderbügel Stock
und einer sehr losen Hand.
In ehemaliger freier Trägerschaft von „Onkel Willi“.


Wir Klagen An !


Für uns Ehemalige, Kinder und Jugendliche von 1960 bis in das Jahr 2002 hinein, steht der Name Jungborn Internat für Kummer, Heimweh, Angst und Schmerz. Kampf ums Essen, stundenlanges Stillsitzen, Eingesperrt-Sein im dunklen Abstellraum und warten...und horchen...'kommt ER, oder geht ER vorbei'? Das konnte im Aufenthaltsraum passieren oder spät abends, Stunden nach dem Zubett gehen.

Jahrzehnte lang war Wilhelm K. der unumstrittene Diktator im Jungborn Internat. Die Öffentlichkeit sah davon nichts. Nur nette Jungens, die Sonntags in Anzügen in 2er-Reihen durch Brilon marschierten oder an Festtagen vor honorigen Briloner Bürgern Lieder vortrugen oder auf Veranstaltungen Altkleider verkauften. Und noch heute wird wohl dieses Bild gepflegt von einem angesehenen Mitbürger der Stadt. Die Realität im Hause Jungborn sah anders aus!

Hier war Onkel Willi nicht geachtet sondern gefürchtet!

Um die 20 Kinder und Jugendliche in der Gewalt eines Mannes und seiner Familie unter einem Dach. Und wehe jemand wagte es bei der Polizei, den Besuchseltern, den eigenen Verwandten, den jugendamtlichen Kontrollbesuchern die einmal im Jahr kamen und fragten ob es Klagen gäbe, oder in Briefen an wen auch immer etwas von den Zuständen, der Gewalt zu berichten. Das gab erneute Prügel. Aber immer so dass es zwar weh tat aber möglichst keine Spuren hinterließ. Erzieher, welche wagten „Onkel Willi“ zu widersprechen oder Erziehungsmethoden in Frage zu stellen, wurden schnell ausgewechselt. So gab es so gut wie keine wirksame Kontrolle. Und Prügelstrafe war zu der Zeit sowieso gesellschaftlich durchaus akzeptiert.

Verstörte Kinder, in den 60er Jahren sogenannte 'schwer Erziehbare' in jahrelanger Angst und Ohnmacht vor einem Mann. Wer in späteren Jahren bis heute, noch einmal versuchte Wilhelm K. oder seine Hauswirtschafterin zur Rede zu stellen, bekam/bekommt mit Regelmäßigkeit zu hören "Du hast es nicht anders verdient".

Und wer etwa heute von der jetzigen Heimleiterin, der Tochter von Wilhelm K., Dagmar K. eine Stellungnahme zu den damaligen Zuständen haben möchte, wird kalt abgewiesen. "Man" war ja damals selber noch ein Kind. Für die Vergangenheit sei man nicht verantwortlich. Weder das Jungborn Internat noch seine angeschlossene Hans-Zulliger-Heimschule beweisen auch nur ansatzweise den Willen zu aufrichtiger Konfrontation mit der Vergangenheit. Heute ist man stolz auf sein sonderschul-pädagogisches Konzept. Und wenn man heute Bilder sieht von Kindern oder Berichte in Medien liest, dann glaubt man gerne, dass engagierte Pädagogen wert- und liebevolle Arbeit leisten.

Doch manche Kinder von Gestern leben heute noch und können noch nicht vergessen was sie damals erleben mussten. Weil die Einrichtung noch existiert und weil dieselbe Familie in Privatverantwortung das Unternehmen weiterführt. Kinder, die oftmals schon verstört, aus anderen Heimen oder von zu Hause, in diese Einrichtung kamen und Verständnis, Geduld, Liebe und das Erziehungskonzept eines Hans-Zulligers gebraucht hätten. Und nicht bloß dessen Namen an einer Schule.

Wer hat damals Herrn Wilhelm K., seiner Frau und der Hauswirtschafterin (auch letztere mit lockerer Hand) die Genehmigung gegeben (siehe Link) Kinder und Jugendliche pädagogisch betreuen zu dürfen? Welche nachweisbare Qualifikation hatten die Genannten? Wer hat sie wie kontrolliert? Der Staat und die Kirchen stehen heute zu ihrer Verantwortung.

Die Internatsleitung vom Jungborn Internat nicht!

Wir verlangen Antworten auf unsere Fragen und eine kritische Aufarbeitung der Geschehnisse.

Wir wollen wenigstens eine Entschuldigung als Entschädigung für seelische Demütigungen und körperliche Gewalt haben!

Nicht zuletzt konnte Herr Wilhelm K. seine Familie - von der ein Teil seine Einrichtung heute weiter betreibt - gut von den Einnahmen ernähren und seinen eigenen Kindern eine auskömmliche Zukunft sichern.


Nicht alle ehemaligen Heimkinder haben diesen guten Start ins Leben geschafft