I n t e r n a t   a m  R o t h a a r s t e i g

Das ist der neue Name des alten, am 1.10.1965 aus Todtmoos emigrierten Internat am Drübel ~ Jungborn-Internat.
Bis in das Jahr 2014 betrieb das Internat die Familie des Gastwirtes Wilhelm Korte, dessen Tochter Dagmar Korte es später übernahm. Derzeitiger Betreiber ist die Diakonische Stiftung Ummeln.
Zur Einrichtung gehört die Hans-Zulliger-Förderschule.

Diese Webseite dient dazu, interessierte Besucher auf die bis heute unvollständige „Erneuerung“ der Einrichtung aufmerksam zu machen.




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                                                       Tag der offenen Tür der Hans-Zulliger Schule/Brilon


Vorweg bitte ich um Nachsicht dafür, dass ich im Text nicht immer ganz scharf trenne, zwischen Schilderung und Bewertung.

Ich hoffe trotzdem der Unterschied wird deutlich


Um Punkt 13 Uhr zur Eröffnung der Veranstaltung waren auch wir 3 ehemaligen Heimbewohner Klaus W., Detlef D. und ich vor Ort.

Nach einem Spaziergang rund um das Gelände gingen wir dann die Einfahrt zur Schule rauf. Vor uns war auch grade Herr Hans-Werner R.(Schulrektor) angekommen und wurde sofort stürmisch begrüßt und umlagert von ein paar Schulkindern/Heimbewohnern. Ein - wie ich fand - lohnenswertes Fotomotiv - also hielt ich einfach mal drauf. Bevor ich aber nun Gelegenheit hatte mal Brücken zu bauen und ein Gespräch mit irgendwem zu beginnen, wurde ich sogleich von von Frau Maria G.-R. (Ehegattin des Schulleiters) angefahren, 'ich hätte hier keine Fotos zu machen', 'das sei verboten' und überhaupt 'hätte ich sie im Internet beleidigt' und mit mir wolle man nichts zu tun haben. Na, und so weiter. Meinen Einwand, die abgelichteten Personen seien nur von hinten zu sehen, liess sie nicht gelten. Bevor das eskalieren konnte, griff jedoch Herr Rötzmeier höchstselbst ein und beruhigte die Situation mit einer persönlichen Begrüßung. Der kam übrigens an Krücken gehend und privat, also nicht in seiner Eigenschaft als Schulleiter zur Veranstaltung, weil er sich grade einer Op unterzogen hatte und noch schonen musste. Wohl auch mit der Hauptgrund dafür, dass seine Ehegattin sich für ihn so in die Bresche warf. Um der Geschichte vorzugreifen, Herr Rötzmeier blieb trotzdem bis zum Ende der Veranstaltung; Liess sich aber der Gesundheit wegen dann leider für den nächsten Tag, für ein angedachtes Gespräch mit ihm, entschuldigen. Das soll an anderer Stelle nachgeholt werden, wenn es ihm wieder besser geht. 'Gute Genesung' an dieser Stelle!


Mit Rücksicht auf gewisse Befindlichkeiten einiger Personen, schildere ich nun nicht sämtliche Details und Einzelheiten des Tages.

So um die 100 Personen inklusive der Kinder dürften die Veranstaltung bevölkert haben.


Die nächste Begrüßung durch Herrn Pastor Winckler, der auf uns zukam, fiel etwas unterschiedlich aus. Das reichte unsererseits von Begrüßung mit Handschlag bis zur Verweigerung desselben mit grimmiger Miene durch Herrn Detlef D Jedenfalls eine durchwachsene und angemessene Begrüßung, wie ich finde. Zu mehr kam es auch erstmal nicht, denn inzwischen war auch der Briloner Bürgermeister Herr Christoph Bartsch (SPD) eingetroffen und die vorbereiteten Reden wurden abgehalten. Halt das übliche Blah Blah zu solchen Anlässen, das sich inhaltlich deckt mit dem was die Stiftung Ummeln bereits auf ihrer Webseite dazu geschrieben hat: Ihre Vorstellung von humaner und christlicher Wertevermittlung. Und was Bürgermeister halt so sagen. Eine Bemerkung Herrn Plasmeier's (Vorstand Stiftung Ummeln) fand ich jedoch bedauerlich. Zitat sinngemäß "man wolle die Eltern hier nicht mit finanziellen Einzelheiten der Erneuerung langweilen". Schade, ich hätte grade das sehr spannend gefunden. Aber verständlich, denn schließlich sollte das ein Fest sein sich selbst zu feiern.
Zu dem Zweck hatten sich die Kinder mit professioneller Hilfe eines Film-Maskenbildners zahlreiche blutige und genähte Wunden, stumpfe Traumata,

Blaue, sogenannte "Veilchen" und noch schlimmere "Verletzungen" schminken lassen. Krasse (und wohl nicht immer ganz jugendfreie) Zombie-Filme stehen derzeit hoch im Kurs bei den Kindern; Wie mir ein anwesender Lehrer bestätigte - und freudestrahlend ein Schüler selbst.


Die kompletten Reden der 3 Bühnenredner Winckler, Plasmeier, Bartsch enthielten erstaunlicherweise keine einzige Erwähnung von uns an- oder abwesenden 'Ehemaligen'. Gleichwohl zu bemerken war, das verstohlene Blicke von Schülern, Eltern, besonders aber Lehrern und Pädagogen zu uns rüber gingen. Nein, wir standen keineswegs immer als Grüppchen beisammen. Man war offenbar - so mein Eindruck - mißtrauisch, was von unsereins zu erwarten war. Ob wir wohl vorhatten die Versammlung zu sprengen, durch Zwischenrufe oder sonstige Aktionen zu stören? Seitens der Ummelner Vorstandschaft hielt man es wohl für geboten, unsereins vor der versammelten Elternschaft nicht programmmäßig auch noch zu thematisieren. So gingen die Reden also ihren Gang, währenddessen es noch die Gelegenheit gab sich mit einer Redakteurin vom Sauerlandkurier und einer Klassenlehrerin zum Gespräch zu verabreden.

Danach gab es Getränke, Bratwurst im Baguette, Crepes, Salate und Palaver satt und umsonst! Seltsam: Vielleicht habe ich es übersehen, aber ein Unterhaltungsprogramm seitens der Schüler und Heimbewohner, ich meine eines solcherart für die Gäste, habe ich nicht gesehen. Zu Zeiten "Onkel Willy's" hätte es das mit Sicherheit, der uns Schutzbefohlene ja gerne mal vorführte, wie wir alle wissen. Sogar zwecks Spendensammeln mit Gesangsprogramm bei der örtliche Presse, z.B. dem Sauerlandkurier; Wie mir ein Redakteur in einem Telefonat mal bestätigte.


Kritik: Sonst ist doch wohl jede erneuerte Einrichtung stolz auf ihre Erneuerung und zeigt sie gerne her. Was im Falle der Schule auch galt. Die heutige "offene Tür" bezog aber offensichtlich nicht das Internat mit ein. Mit der kleinen Ausnahme dass Herr Winkler dort zum Gespräch in Willis altem Büro einlud, wo ich mich mit Freude auf Willis altem Platz niederlies. Am Internat hingen Hinweiszettel mit der Bitte (sinngemäß), 'man möge die Entscheidung der Schülerschaft um "Privatsphäre" ihrer persönlichen Umgebung bitte respektieren'. Keine Fotos und so weiter. Sicher tut man das: und sei es auch nur dem Konsenz zuliebe. Ich unterstelle bei dieser Gelegenheit aber mal, dass diese "freie Entscheidung" der Schüler gelenkt

ist. Wohl in der Erwartung das wir Ehemaligen Fotos etc. auf unseren Webseiten negativ verwursten. Dabei gilt unser Interesse ja nicht Gesichtern und Privatgegenständen, sondern wenn schon dann der Einrichtung und dem Umfeld und das ist auf dem Hinweiszettel nicht ausgeschlossen. Manch Einrichtung ist halt doch noch wie früher - wie ein verstohlener Blick in den Auffenthaltsraum zeigte. Manch Geisteshaltung vielleicht auch noch erneuerungsbedürftig. Ist der Prozess noch nicht abgeschlossen? Wo ist das Problem, werte Pädagogenschaft und Stiftung Ummeln? Wenns am Geld liegt, so hätte man ruhig für die Verköstigung des Partyvolks ein paar Euro nehmen dürfen. Wie ich selbst für meinen Crepe angeboten habe. Aber "umsonst und draussen" war angesagt.

Wie dem auch sei, verehrte Leitung von Heim und Stiftung, diese Art Respektierung der Privatsphäre kaufe ich euch nicht ab. Nicht, wenn ihr in eurer Einladung auch schreibt, dass nicht bloß die Schule sondern auch 'Internat am Rothaarsteig' zum Tag der offenen Tür einladen. Und dann sind weder Fotos, noch Besichtigung erlaubt. Kinder zeigen i.d. Regel gerne her, wie sie leben und was sie haben!


Die Begrüßung mit Herrn Plasmeier fiel leider sehr professionell-glatt und nichtssagend aus. Der Geschäftsführer der Stiftung Ummeln ist merklich geübt in Konversation - mit vielen Worten wenig zu sagen. Auch zeigte er deutlich dass er sowohl nicht in unserem Thema drin steckt; Schlechter noch, dass es ihn nicht die Bohne interessiert. Halt ein Funktionär. Dass er das bereits innerhalb der ersten Minute offenbarte, und so deutlich zeigte, emfand ich als kalt aber auch schon wieder bemitleidenswert-lustig. Ich hatte mehr Reibung erwartet. So liess ich ihn und D. Delfing dann auch stehen, der - wie ich hörte, immerhin etwas mehr aus dem Manne herausbekam.


Wichtig für uns Ehemalige und interessant waren das Gespräch mit Herrn Pastor Winkler und einer sehr engagierten Lehrerin, die mich als IHR wichtigstes Anliegen nahezu bekniete, unsere Webseiten vom Netz zu nehmen, da sie der Einrichtung schaden würden. Auf meinen Einwand, dass wir ohne diese kaum jemals Gehör unseres Anliegens gefunden hätten, hatte sie nichts zu entgegnen. Aus Respekt dieser Lehrerin gegenüber, die ausdrücklich nicht genannt werden will, verzichte ich auf viele Details des Gesprächs. Im Ergebnis kann ich aber sagen, dass sie die Ansicht vertrat, dass mit einem möglichen Ausscheiden das Schulleiters Rötzmeiers auch ihr Verbleib unwiderruflich zusammenhinge, was im Ergebnis das

Ende der Schule bedeutete. Ich füge hinzu: das Ende des Internats. Ich denke, dass sie sich hier ein wenig emotional verstiegen hatte, aber deutlich daran wird immerhin, wie sehr sie den Schulleiter bewundert und ihr Herz an der Schule hängt.

Auch mein Einwand, das manche Ehemalige aus guten und belegbaren Gründen, diese Bewunderung nicht teilen können, liess sie unwidersprochen aber mit leicht verzweifeltem Gesichtsausdruck stehen. Immerhin empfand ich die Lehrerin als wirklich sehr engagiert und mutig. Und ich bin sicher dass sie eine sehr gute Lehrerin ist.
Insgesamt gewann ich überhaupt den Eindruck, das die Lehrer sehr gerne an dieser Schule unterrichten. Was nicht verwunderlich ist, denn das Schul- und Lernumfeld dürfte kaum schwieriger, eher leichter sein, als an einer normalen Regelschule mit inklusivem Unterricht. Und Lehrer mit sonderschul-pädagogischer (ja: so heisst das tatsächlich) Ausbildung gehen offensichtlich lieber an Förderschulen, auch wegen der besseren Ausstattung. Nebenbemerkung: Merkwürdig dass die Regierung NRW inklusiven Unterricht an Regelschulen fördern will, dennoch der LWL grade erst wieder an 4 großen Förderschulzentren werkelt. Ich erwähne das nur, weil auch das Inhalt des Gesprächs war.

Jedenfalls war es diese Lehrerin, die sich vehement darum bemühte ein Gespräch zusammen mit Herrn Rötzmeier und uns drei Ehemaligen zu realisieren. Wie D. Delfing in seinem Bericht auch schreibt, war es aber vor allem einer sehr resolut auftretenden Dame mit Offiziers-Allüren (Fafnir) zu verdanken, das kein Gespräch mehr zustande kam "weil die Veranstaltung beendet sei. Da war es gegen 17:00 Uhr!

Im Prinzip war die Veranstaltung damit auch für uns Ehemalige zuende. Noch eine schnelle Presseerklärung (bei der D. Delfing leider nicht zugegen war) für die Westfalenpost ins Smartphone von Herrn Winkler gesprochen und Voilà: Zeit für unser Abendprogramm und Nachbesprechung des Tages und der Ergebnisse! Am späten Abend dann noch die tel. Nachricht, dass das Gespräch mit Herrn Rötzmeier neu terminiert wird.


Aus dem Gespräch mit Herrn Winkler möchte ich nur soviel widergeben, das es trotz klarer Worte in angenehmer, weil sachlicher Athmosphäre verlief. Und er im Gegensatz zu Herrn Plasmeier tatsächlich Interesse zeigte. Ich persönlich hätte mir mehr davon im Zuge unserer Planung zu den Treffen gewünscht.

Als Ergebnis kann ich einen Punkt herausgreifen, nämlich die Erneuerung des Angebots sachlicher und fachlicher, d.h. auch anwaltlicher Hilfe, zu einer Einsichtnahme möglicher, noch vorhandener (Schul-)Dokumente beim Landschaftsverband Westfalen Lippe LWL.
Einen weiteren im Gespräch angesprochenen Punkt hat die Stiftung inzwischen auch erfüllt: Eine Erwähnung uns Ehemaliger des Jungborn-Internats auf ihrer Webseite. Die ist vielleicht nicht so umfangreich ausgefallen wie zu Anfang, aber man kann das als Zeichen des Guten Willens anerkennen.


Meiner Meinung nach kann eine vollumfängliche Entschuldigung sowieso nur vom alten Korte höchstselbst kommen. Der wohl doch noch nicht ganz so tüddelig sein soll, wie einst gerüchtehalber kolportiert wurde. Oder ersatzweise von seiner Tochter, die als Nutzniesserin aller (Immobilien-)Werte, d.h. alles wurde versilbert und gehört dem LWL von dessen Liegenschaftsabteilung zurückgemietet wurde, lange Zeit die Rechtsnachfolge innehatte. Nun aber bei der Stiftung untergetaucht ist.


Desweiteren sehen wir das der Prozess einer vollumfänglichen Erneuerung noch nicht abgeschlossen, aber im Gange ist. Dazu haben Herr Winkler, eine Lehrerin und der Schulleiter und die Geschäftsbereichsleitung Jugendhilfe der Stiftung ihre Gesprächsbereitschaft bekundet. Wir natürlich auch!


An dieser Stelle möchte ich zuletzt die Stiftung, das Internat, die Schule, die Pädagogen und auch die Bewohner bitten, Verständnis dafür zu zeigen, dass wir unsere Webseiten aus gutem Grunde nicht aus dem Web nehmen können. Und zwar gleichgültig welche möglichen Ergebnisse wir noch erreichen werden. Und wie damit umgegangen wird. Der Grund ist ganz einfach: Wir sind es allen (!) Ehemaligen schuldig sind, hier eine Bühne zu bieten, in der sie einen Teil ihrer Vergangenheit wiederfinden und verarbeiten können. Oder einfach nur offenes Gehör und Anerkennung. Vielleicht ein wenig Linderung alten Schmerzes. Ganz wird er niemals vergehen.


Übrigens bedeutet "Ehemalige" ja nicht ausschliesslich uns ganz "Alte". Ein Ehemaliger ist auch jemand aus dem Jahre 2010 u.s.w. Darum möchten wir natürlich auch gerne über eine gute, neue Einrichtung berichten können, die nichts mehr vom alten Mief hat und in deren Gemäuern keine alten Geister umgehen. Lasst uns sehen was die nächste Zeit noch bringen wird.


Was den 2. Oktober, den Tag der offenen Tür angeht, so konnten wir uns davon überzeugen,
dass gute Ansätze im Gange sind und weiter gehen. Das der weitere Prozess zur Aufarbeitung,
der vor allem eine Darstellung der Sicht der Ehemaligen auf Internat und Schule und eine Würdigung
ihrer Zeit dort durch die Einrichtung, die Schul- und Heimleitung, die Stiftung Ummeln, ins Stocken kommt,
letztendlich sogar völlig ignoriert wird (auch dank des eigenmächtigen Alleingangs eines Ehemaligen, der den
Prozess für beendet erklärte), konnte man an dieser Stelle noch nicht ahnen.

Inzwischen ist der Stiftung Ummeln - insbesondere trotz gegenteiliger Beteuerung und Versprechens
Herrn Pastor Uwe Winkler - unser Schicksal und Anliegen nicht einmal mehr eine Erwähnung auf
deren Internetseiten wert. Im Gegenteil, hat die Stiftung Ummeln sogar alle vormaligen Erwähnungen
von ihren Seiten entfernt. Soviel zu deren christlichen Weltbild !